Hier ist es.
«Bin ich der Einzige?»
WAS MÄNNER MICH FRAGEN, BEVOR SIE SICH HINLEGEN
Vor vierzehn Jahren schrieb ich einen Satz für eine Gesundheitszeitschrift: «Nirgendwo wird so viel gelogen wie bei der Sexualität. Und so viel verschwiegen.»
Damals war ich Apothekerin und recherchierte über Erektionsstörungen. Ich sprach mit Urologen und Sexualtherapeuten und lernte dabei, dass eine halbe Million Schweizer damit lebt und dass im Schnitt ein bis zwei Jahre vergehen, bis einer den Mund aufmacht.
Heute gebe ich professionelle Tantra-Massagen. Über tausend Mal seit 2020.
Der Satz in der Zeitschrift stimmt immer noch. Nur weiss ich in der Zwischenzeit besser, worüber genau geschwiegen wird.
Auf meiner Website www.deepdive.institute/tantra-massage steht, wie ein Ritual abläuft. Sechs Teile, drei Stunden, was wann geschieht.
Das hier ist etwas anderes. Das hier sind die Fragen, die mir wirklich gestellt werden: manche am Telefon, manche im Vorgespräch und manche erst hinterher, wenn einer sich endlich traut.
Männer und Frauen sind anders, auch bei der Tantra-Massage. Die Fragen der Frauen werde ich in einem separaten Dokument zusammentragen.
«Ist das Betrug an meiner Frau?»
Manche kämpfen mit ihrem Gewissen. Sie wollen Absolution von mir. Aber die kann ich nicht geben. Nicht aus Feigheit, sondern weil ich sie nicht habe. Was ich habe, ist eine Unterscheidung. Denn alles steht und fällt mit der inneren Haltung — bei mir als Gebende und bei Dir als Empfangendem. Diese innere Haltung kann nur jeder für sich selbst überprüfen.
Wenn Du kommst, weil Dir etwas Fundamentales fehlt, weil Du genährt werden möchtest, weil Du etwas über Dich herausfinden willst, dann ist das etwas anderes, als wenn Du auf ein erotisches Erlebnis mit einer Frau hoffst. Auf Blicke. Auf Austausch. Darauf, dass etwas hin und her geht.
Also, warum bist Du hier? Warum hast Du Dich zur Tantra-Massage angemeldet? Was ist Deine innere Haltung dazu? Was erhoffst Du Dir davon? Diese Antworten kennst nur Du.
Meine Erfahrung ist, dass Männer, die mir diese Frage stellen, die Antwort längst wissen. Sie hätten nur gern, dass ich sie ihnen abnehme. Aber das kann ich nicht.
Was mir begegnet, sind drei Arten von gebundenen Männern:
Der eine sagt, zum Glück gebe es einen Ort, wo so etwas in einem seriösen Rahmen stattfinden dürfe.
Der zweite hat einen Kompromiss geschlossen zwischen einer Sehnsucht und einer Ehe, die er nicht verlassen will.
Der dritte kommt mit der ausdrücklichen Erlaubnis seiner Frau, weil bei ihnen zu Hause längst offen ausgesprochen ist, dass Körperlichkeit kein Thema mehr ist.
Ich kann Dir sagen, dass meine Absichten integer sind. Aber um meine geht es hier ja nicht.
«Erfährt das jemand?»
Nein. Ich mache immer den Witz, dass ich mir sowieso keine Namen merken kann und man allein schon deswegen anonym bei mir ist. Der Witz daran ist, dass es stimmt. Erst bei Stammgästen, die immer wieder kommen, bleiben Namen und Details hängen, die man mir anvertraut. Jemanden über längere Zeit zu begleiten und dabei eine gewisse Vertrautheit aufzubauen, kann für beide eine Bereicherung sein.
Sei Dir aber bewusst: Selbst wenn Du auf absolute Diskretion angewiesen bist — völlig ohne Kontaktdetails kommen wir nicht aus. Ich benötige mindestens eine E-Mail-Adresse, besser noch eine Telefonnummer. Es kann immer einmal passieren, dass ich Dich kurzfristig kontaktieren können muss, z. B. bei unvorhergesehenen Ereignissen.
Anrufen tue ich nie, ausser Du bittest mich darum.
Über welche Kanäle Du vorzugsweise kontaktiert oder eben nicht kontaktiert werden möchtest, kannst Du mir gerne mitteilen.
Falls Du eine E-Mail wie eine Reservationsbestätigung vermisst, schau bitte immer auch in Deinem Spam-Ordner nach.
Falls technisch etwas nicht funktioniert, lass es mich bitte ebenso wissen. Das sind wichtige und wertvolle Informationen für mich.
«Bin ich zu alt? Zu dick? Zu hässlich?»
Meine jüngsten Gäste sind Anfang zwanzig, mein ältester war fast achtzig. Die meisten sind jenseits der vierzig.
Zu diesen Äusserlichkeiten sage ich Dir jetzt etwas, was alle sagen: Es macht keinen Unterschied. Weil sich das so abgedroschen oder abgehoben anhört, erzähle ich Dir lieber, woran ich es überprüft habe.
Vor kurzem lag ein Mann bei mir, dem sein eigener Körper sichtlich unangenehm war. Ich stellte fest, dass meine Hingabe nicht im Geringsten durch sein Äusseres beeinträchtigt wurde. Ich hatte nicht einen Gedanken daran verschwendet. Ich war nicht einmal darauf fokussiert, diesen Körper mit jeder Berührung zu feiern in der Hoffnung, dass dieser Mann sich selbst mehr annehmen und lieben könne, denn das hätte ja bedeutet, dass damit etwas nicht in Ordnung wäre.
Und dann merkte ich, dass er sich im selben ungezwungenen Zustand befand wie ich. Die totale Hingabe. Das Natürlichste auf der Welt. Einfach sein.
Für eine Tantra-Massage braucht es nicht einmal eine besondere «Sympathie» oder «Chemie» zwischen uns. Nicht weil meine Tantra-Massagen kalt und distanziert oder unpersönlich wären. Das pure Gegenteil! Aber das, was ich Dir geben möchte, ist schlicht nicht an irgendeine Bedingung geknüpft. Es richtet sich an Dich im Kern und nicht an das, was Dir das Leben im Laufe der Zeit aufgebürdet hat.
Es gibt tatsächlich nur eines, womit Du es bei mir verderben kannst: meine Grenzen nicht zu respektieren.
«Kommen mehr Männer oder mehr Frauen zu Dir?»
Diese Frage bekomme ich oft, und ich verstehe sie — ehrlich gesagt — bis heute nicht. Warum fragen mich Männer das?
Vielleicht ist es keine Frage nach Zahlen. Vielleicht ist es die Angst, der Einzige zu sein. Der eine komische Kerl, der so etwas nötig hat, während der Rest der Männerwelt sein Leben im Griff hat.
Also, die Zahlen: Es kommen deutlich mehr Männer als Frauen zu mir. Du bist nicht der Einzige, und Du bist nicht einmal die Ausnahme.
Ein Unterschied ist mir über die Jahre trotzdem aufgefallen. Männer kommen oft einfach, um zu geniessen und zu entspannen.
Frauen kommen fast nie einfach so zu mir. Frauen kommen immer mit einem Thema: Sie spüren sich nicht mehr, die Lust ist weg, ein geringes Selbstwertgefühl oder die Aufarbeitung einer Vergangenheit. Deshalb dauert das Vorgespräch bei einer Frau manchmal vierzig Minuten und bei einem Mann vielleicht nur fünf bis zehn.
Keine Angst, ich lass mich davon nicht täuschen. Ich weiss, dass Männer mindestens genauso viele Themen mitbringen, aber diese nicht unbedingt während einer Tantra-Massage angehen wollen.
Die Zeit für das Vor- und Nachgespräch sowie das Duschen zählt übrigens nicht zur Berührungszeit, die bei meinen Tantra-Massage-Ritualen in der Regel zwischen zwischen 2,5 und 2,75 Stunden beträgt. Kürzere Rituale biete ich nicht an — der Körper braucht diese Zeit.
«Was, wenn ich eine Erektion bekomme und was, wenn nicht?»
Dann bekommst Du eine. Oder eben nicht. Während der Tantra-Massage gibt es keine Agenda dafür. Kein zu früh, zu spät, zu viel oder zu wenig, zu weich, zu hart.
Nicht die An- oder Abwesenheit beschäftigt mich, sondern wie es Dir selbst damit geht. Die meisten Männer entschuldigen sich sowohl für das eine als auch das andere. Manche erzählen mir von Operationen oder vom Alter. Darüber, wie es früher war und «dass es halt nicht mehr so ist».
Anderen ist es unangenehm, dass ihr Penis schon steht, bevor die Massage überhaupt begonnen hat.
Mich selbst kann weder das eine noch das andere aus der Fassung bringen. Ich habe in diesen Jahren die ganze Bandbreite gesehen. Nicht, weil mir Dein Leiden egal wäre — eine Tantra-Massage kann hier tatsächlich etwas bewegen. Aber nie unter Druck. Das Erste ist immer das Loslassen: von einem bestimmten Ergebnis und vom Widerstand gegen das, was gerade ist.
Der eigentliche Grund, warum ich Dich in Deinem Intimbereich berühre, ist nicht, dass ich damit eine bestimmte körperliche Reaktion erreichen möchte. Ich berühre Dich an dieser Stelle, weil der Intimbereich mit Penis, Hoden und Perineum für Dich als Mann eine fundamental wichtige, energetische Kraftquelle ist. Wie aktiv dieses Zentrum ist, hängt nicht von Deiner Erektionsfähigkeit, sondern von Deiner Verbundenheit mit diesem Zentrum ab. Es ist aktiv, unabhängig davon, ob Du Erektionen bekommst oder nicht.
Leider haben sehr viele Männer eine belastete Beziehung zu diesem Bereich — geprägt von Leistungsdruck, von Vergleich, vom Gefühl, nicht zu genügen. Dabei fassen sie ihn täglich an. Beim Pinkeln, beim Duschen, beim Zurechtrücken in der Hose. Immer im Rahmen einer Verrichtung, immer nebenbei. Aufmerksamkeit bekommt er dabei nie. Für die Frau ist das Pendant übrigens ihr Brust- bzw. Herzbereich.
Was ich mit meiner Hand und liebevollen Aufmerksamkeit an diesen wichtigen Bereichen tue, hat genau ein Ziel: dass Du Deine Aufmerksamkeit auf diese Stelle lenkst, dass Du Dich selbst dort spüren und vollkommen angenommen fühlen kannst. Völlig unabhängig davon, ob sich dort auch etwas körperlich regt oder nicht.
«Ist das eine Therapie oder eine erotische Massage?»
Beides, behaupte ich.
Eine Tantra-Massage ist hoch erotisch. Wellen der Erregung wechseln sich mit Wellen der Entspannung ab, und die Intensität geht über das hinaus, was die meisten von uns kennen: sexuelle Energie, die sich über Stunden aufbaut und sich aus völliger Entspannung heraus entlädt.
Und gleichzeitig ist sie ein Verehrungsritual, getragen von absoluter Präsenz und echter Zuwendung. Das allein kann sehr heilsam sein.
Beschreiben lässt sich das schwer. Man muss es erlebt haben.
«Darf ich kommen? Muss ich?»
Gemeint ist der Orgasmus, die Ejakulation. Es gibt dafür keine Regel: gar nicht, einmal, zweimal, dreimal — alles ist völlig ok. Es gibt auch keinen falschen oder richtigen Zeitpunkt dafür. Für viele Männer (und Frauen) ist dieser Zeitpunkt der letzte Teil, die eigentliche Intimmassage.
So wenig wie ich einen Höhepunkt forciere, stelle ich mich ihm in den Weg. Ich begleite und
unterstütze das, was entsteht. Und es ist wunderschön, wenn es einfach so geschieht. Als natürliche Fortsetzung der hohen sexuellen Energie, die sich während der Massage aufgebaut hat.
Manche entscheiden sich bewusst gegen einen Orgasmus bzw. eine Ejakulation, weil sie die Energie behalten und nicht abgeben wollen. Dann sagst Du es mir rechtzeitig, und ich gehe vom Gas.
So weit die saubere, perfekte Version. Jetzt die andere.
Es passiert mir bis heute hin und wieder, insbesondere in vorbelasteten Situationen, dass ich in eine Falle tappe. Wenn ich spüre, dass ein Mann oder eine Frau den Orgasmus erwartet oder ihn sich sehnlich wünscht — und vielleicht durch eigene Bewegung oder Anspannung selbst ein wenig nachhilft —, dann möchte ich helfen. Ja, ich würde das gewünschte Erlebnis gerne ermöglichen. Nicht nur für die empfangende Person. Auch für mich selbst: Weil ich mich selbst dann nützlich und wertvoll und als gute Tantra-Massage-Therapeutin fühle. Das eigene Ego hinter sich zu lassen ist die wichtigste Fähigkeit eines jeden Coaches oder Therapeuten und gleichzeitig die schwierigste.
Denn in diesem Moment verliere ich einen fundamentalen Anker einer professionellen Tantra-Massage: Die Absichtslosigkeit. Stattdessen verfolge ich nun ein Ziel und setze damit mich selbst, aber vor allem auch mein Gegenüber unter Druck. Dieser Druck — und sei er noch so subtil — ist das Kontraproduktiveste, was es in diesem Zusammenhang geben kann. Er macht alles kaputt, worum es hier eigentlich geht.
Wenn ich mich dabei erwische, fange ich mit der Intimmassage noch einmal von vorne an. Ich versetze mich innerlich zurück in die Haltung, mit der ich begonnen habe. Ich bin einfach da. Ich berühre mit Respekt. Ich gehe mit dem, was ist. Höchster Fokus, absolute Präsenz in jedem
Millimeter Berührung, aber ohne etwas Bestimmtes zu wollen. — Es muss nichts. Es soll nichts. Aber alles darf.
«Wie häufig kommen Menschen während einer Tantra-Massage zum Orgasmus?»
In jeder TV-Reportage, in jedem Interview wird diese Frage gestellt. Von mir selbst will sie fast nie jemand wissen.
Das finde ich fast interessanter als die Antwort. Vielleicht traut sich niemand, weil ich immer betone, dass es nicht darum geht. Vielleicht verliert die Frage aber auch einfach ihren Sinn, sobald man einmal dort gelegen hat.
Nachgedacht habe ich trotzdem darüber. In meiner Praxis sind es etwa 80 Prozent. Mach daraus bitte keine Erwartung an Dich selbst.
«Und wenn ich weine oder emotional werde?»
Dann weinst Du. Ich sehe es öfter, als man denkt. Ich sehe auch, wenn jemand dagegen ankämpft. Insbesondere Männer üben das ein Leben lang. Dabei ist der einzige Weg heraus der Weg mitten durch. Durch die Emotionen, meine ich. Emotionen, die man zulässt, haben immer etwas Befreiendes und Heilsames. Der Körper schreit förmlich danach, sie prozessieren und schliesslich loslassen zu dürfen.
Vor kurzem lachte ein Mann nach seinem Höhepunkt. Laut, schallend, vollkommen befreit. Es war das schönste Geräusch, das an diesem Tag in meinem Zimmer zu hören war. Kaum hatte er wieder Luft, entschuldigte er sich, obwohl das genau richtig war.
Weinen ist eine Befreiung, Lachen auch, Zittern zeigt an, dass etwas in Bewegung kommt, und Wut gehört genauso dazu. Wenn ich merke, dass Du Boden brauchst, halte ich Deine Füsse und drücke sie sanft in die Matratze. Und ich sage Dir dann dasselbe, was hier steht: Unterdrück es nicht. Lass es einfach geschehen.
«Muss ich die Augen schliessen?»
Ich stelle diesbezüglich keine Regeln auf, weil es wichtig ist, dass Du Dich bei mir sicher fühlst. Mit geschlossenen Augen dazuliegen setzt ein gewisses Vertrauen voraus. Dein Nervensystem muss vielleicht zuerst am eigenen Leib erfahren — wortwörtlich —, dass Du hier sicher bist und die Kontrolle abgeben darfst. Dann schliessen sich die Augen ganz von alleine.
Eine Tantra-Massage ist auch keine todernste, stille Angelegenheit. Du darfst reden, lachen, Dich mitteilen und kommunizieren. Ich bitte sogar darum. Ein geräuschvoller, offener Atem und Tönen sind sowieso die besten Mittel, um Spannungen im Körper abzubauen und Empfindungen zu intensivieren. Vielen fällt das am Anfang schwer, weil uns das von klein auf abtrainiert wurde. Umso mehr freut es mich, wenn jemand diesbezüglich mit der Zeit immer freier wird.
Ein Mann kam mehrere Male zu mir und lag jedes Mal mit weit offenen Augen da. Er schaute an die Decke, er verfolgte jede meiner Bewegungen. Zugegeben, es hat mich etwas irritiert. Ich fühlte mich beobachtet und fragte mich, ob er überhaupt irgendetwas spürt oder die ganze Zeit an irgendwas herumstudiert. Das Problem war nicht er, sondern mein Ego, das sich aufdrängte und fragte: Mache ich etwas falsch? Ist es nicht gut genug?
Beim vierten oder fünften Mal dann schloss er seine Augen. Einfach so. Und lag da, entspannt, mit einem grossen Lächeln im Gesicht.
«Darf ich Dich berühren?»
Diese Frage löst wohl die meisten Diskussionen aus. Ihre Beantwortung gewährt aber auch viele wertvolle Einblicke, deshalb räume ich ihr auch ausreichend Platz ein.
Meine Antwort lautet:
Nein. Und: Es kommt darauf an.
Lass es mich Dir erklären, denn es gibt unterschiedliche Gründe dafür.
Erstens, mein Berufsethos. Ich bin nicht nur Tantra-Massage-Therapeutin. Ich bin auch Apothekerin, Doktorin der Pharmazie, Chefredaktorin im Gesundheitswesen. Und ich baue weitere Angebote auf, die mich vielleicht noch mehr in die Öffentlichkeit bringen werden. Ich bin Mutter, Tochter, Schwester, Nachbarin und Freundin. Diese Kombination ist nicht nur sehr ungewöhnlich. Sie ist auch ein mutiger Balanceakt, weil in der Gesellschaft viele falsche Vorstellungen und Vorurteile gegenüber Tantra-Massagen existieren.
Ich kann all diese Dinge nur aus einem einzigen Grund in mir selbst zusammenhalten: Weil ich klare Grenzen definiert habe, an die ich mich halte. Ich darf während einer Tantra-Massage meine Integrität nicht verlieren.
Zweitens, wegen Dir. Dir selbst zuliebe. Ja, richtig gehört. Die Tantra-Massage ist eine einzigartige Gelegenheit, mehr über Dich selbst zu erfahren und Dich selbst wieder besser spüren zu lernen. Es geht hier um eine Erfahrung, die Du mit Dir selbst machst. Es ist auch eine Gelegenheit, selbst nichts tun und leisten zu müssen und für niemand anderen da sein zu müssen.
In dem Moment, in dem Du mit mir interagierst, ist Deine Aufmerksamkeit bei mir, statt bei Dir: nach aussen, statt nach innen gerichtet. Es braucht wirklich etwas Übung, bei sich selbst zu bleiben, während man gleichzeitig mit jemandem anderem in Kontakt ist.
Ein kleines Geheimnis am Rande: Genau dieser Zustand wäre auch der Idealzustand beim Sex. Du bist in ihr und gleichzeitig ganz bei Dir. Du spürst sie und spürst gleichzeitig, was das in Deinem eigenen Körper auslöst. Nicht im Kopf, nicht in einer Fantasie, nicht in der Frage, ob Du es gut machst und sie es geniesst. Und genau das kannst Du während einer Tantra-Massage üben.
Ob Du Dich dabei mit solchen Fragen beschäftigen oder einfach nur abschalten und geniessen willst, bleibt ganz Dir überlassen.
Manche Männer möchten mich berühren, weil sie das Bedürfnis verspüren, mir etwas zurückgeben zu wollen, vergessen dabei jedoch, dass die Tantra-Massage eine ganz klare Richtung hat: Von mir zu Dir. Es ist ein fundamentaler Bestandteil meiner Professionalität, dass ich mir während einer Tantra-Massage nichts von Dir für mich selbst hole. Selbst wenn mein eigener Körper mit Erregung reagiert, und ich situativ sehr wohl beides — meinen Körper und meine Sinnlichkeit — bewusst einsetzen werde, geschieht das immer mit Blick auf Dich und darauf, was ich mit der Tantra-Massage für Dich erschliessen möchte. Niemals für mich. Diese Unterschiede sind teilweise sehr subtil und stark situationsabhängig. Der richtige Umgang mit diesen «Werkzeugen» ist die wahre Kunst der Tantra-Massage, und ich muss sagen, das ist etwas, was ich im Laufe der Jahre und nach über 1000 Massagen wirklich gelernt und verinnerlicht habe.
Das war nicht immer schon so. Es gab in den ersten Jahren eine Handvoll Situationen, in denen ich Grenzüberschreitungen zugelassen oder selbst herbeigeführt habe. Ich musste erst herausfinden, wer ich als Tantra-Massage-Therapeutin bin und wer nicht, und einiges davon habe ich auf die harte Tour gelernt. Falls Du in dieser Zeit bei mir warst, hast Du vielleicht eine andere erlebt als die, die das hier schreibt.
Eine weitere wichtige Unterscheidung, die ich im Zusammenhang mit Berührungen während einer Tantra-Massage mache — und deshalb habe ich zu Beginn dieses Themas auch den Satz “Es kommt darauf an” ergänzt —, ist die Art die Berührung, die vom Empfangenden ausgeht. Ich unterscheide dabei zwischen zwei verschiedenen Arten. Die eine ist ein Festhalten. Jemand sucht Halt, Nähe, Kontakt. Ein Gefühl der Verbindung. Sie beruhigt das Nervensystem und vermittelt Sicherheit.
Die zweite Art der Berührung, die vom Empfangenden ausgeht, holt sich etwas von mir. Sie will etwas. Mehr Stimulation. Die Erfüllung einer Fantasie. Oder endlich mal wieder eine Frau berühren. Sie soll das Erlebnis in eine bestimmte Richtung hin lenken oder gemäss den eigenen Vorstellungen intensivieren. Diese Form des Berührens stiehlt etwas von mir und fühlt sich sehr unangenehm an. Sie bringt mich aus dem Flow und macht mich traurig.
Während dieser drei Stunden gebe ich wirklich viel, und davon ist nichts gespielt oder mechanisch. Forderst Du mehr von mir, als ich zu geben bereit bin, muss ich mich schützen. Sonst verschliesse ich mich. Sonst flüchte ich mich in andere Gedanken, berühre Dich mechanisch und auf Autopilot, statt bei Dir zu sein. Du tust Dir damit also keinen Gefallen.
Umgekehrt kannst Du Dir dafür absolut sicher sein, dass alles, was ich Dir gebe, echt ist und von Herzen kommt.
Die schönsten Massagen gelingen mir mit Männern, die wirklich passiv bleiben und einfach einsinken.
Aber lass Dich davon bitte nicht abschrecken! Ich bin weder böse noch nachtragend, wenn im Affekt eine Hand an einer Stelle landet, wo sie nicht hingehört. Ich weise Dich einfach sanft darauf hin, entweder verbal oder indem ich sie umplatziere. Wir lachen drüber und tauchen wieder ein.
«Wie werde ich mich danach wohl fühlen?»
Die meisten sind spürbar verändert. Ruhig, geerdet, friedlich, man sieht es an den Gesichtszügen und an der Körperhaltung.
Oder sie sind hellwach, den ganzen Körper spürend, ein Kribbeln, das nicht aufhören will.
Manche sagen, sie hätten die Eindrücke der Tantra-Massage noch zwei, drei Tage lang gespürt, manche zehren noch Wochen später davon.
Und manchmal ist es einfach viel. Sehr intensiv. Ein Mann hat mir erzählt, er habe auf dem Nachhauseweg nach ein paar hundert Metern erst einmal rechts ranfahren müssen und im Auto geweint.
Plan darum genug Zeit ein. Keinen Termin direkt danach. Ich überziehe sowieso meist um ein paar Minuten. Wenn Du im Kopf schon beim nächsten Ort bist, spürst Du die Massage nur halb.
Und falls später noch etwas hochkommt, ein paar Tage danach oder auch Wochen später, darfst Du Dich jederzeit bei mir melden. Ich bin wirklich sehr interessiert daran, was Dir die Tantra-Massage gebracht oder auch nicht gebracht hat. Dein Feedback ist für meine Weiterentwicklung wichtig.
«Darf ich Dich noch etwas fragen?»
Bitte, gerne.
Vielleicht ist beim Lesen etwas offengeblieben. Vielleicht gibt es auch eine Frage, die Du Dich fast nicht zu stellen getraust. Stell sie mir trotzdem. Per Mail, wenn Dir das leichter fällt, oder im Vorgespräch — genau dafür ist es da.
Nichts ist mir zu direkt, und gehört habe ich vermutlich schon alles.
Und falls Du eine Frau bist und bis hierher gelesen hast: Vieles gilt auch für Dich, anderes nicht. Schreib mir, ich arbeite gerade daran.
Ich würde mich sehr freuen, Dich eines Tages persönlich kennenzulernen!
Chantal Sara
vom Deep Dive Institut für Körper- und Energiearbeit
PS: Weil Du dieses PDF angefordert hast, bist Du nun in meiner Mailingliste eingetragen. Ich schreibe sehr selten — nur wenige Male im Jahr. Falls Du jedoch keine Post mehr von mir erhalten möchtest, genügt ein Wort von Dir.
Um Dir die Kontaktaufnahme zu erleichtern, habe ich Dir im Folgenden alle Kontaktmöglichkeiten übersichtlich zusammengestellt.
Deep Dive Institut für Körper- und Energiearbeit
Dr. Chantal Sara Schlatter
Weidstrasse 1
4317 Wegenstetten
+41 76 537 28 81
(Telefon, SMS oder WhatsApp)
